Hosterschlag

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Platz in Hosterschlag
Postkarte von Hosterschlag

Tschechischer Name: Člunek

Fläche: 865 ha

Einwohner 1910: 539 in 93 Häusern (529 deutsche Ew.), 1930: 446 in 89 Häusern (406 deutsche Ew.), 2010: 488.

heutiger Verwaltungsbezirk: Jindřichův Hradec (Neuhaus)


Matriken: seit 1787


Lage:

Hosterschlag liegt 13 km nördlich von Neubistritz (Nová Bystřice). Das Straßendorf bestand aus den Ortsteilen Blösselmühle und Petzelmühle.


Geschichte:

Im frühen 13. Jh. hatte der Deutsche Ritterorden die Ansieldung gegründet, die 1255 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Wie sich die Herrschaftsstrukturen bis in das 17. Jh. entwickelten, ist nicht weiter bekannt. Im 17. Jh. gehörte Hosterschlag zur Herrschaft der Grafen Czernin. In deren Urbar von 1654 sind 29 Häuser in Hosterschlag erwähnt. Ab 1693 gehörte Hosterschlag zur Herrschaft Königseck, bei welcher sie bis zur Aufhebung der Grundherrschaft im Jahr 1848 verblieb. Eingepfarrt war Hosterschlag lange Zeit bei Teltsch (Telč) bzw. Blauenschlag (Blažejov) bevor es 1856 eigenständige Pfarre wurde. 1866 wurde die Cholera von preußischen Truppen eingeschleppt. 1899 erhielt der Ort durch den Bau der Bahnstrecke Neubistritz-Neuhaus einen eigenen Bahnhof.

Der Zweite Weltkrieg forderte 39 Opfer unter den Ortsbewohnern.

Vertreibung 1945/46: Am 24. Mai 1945 wurden zwei Bauern und fünf Tage später zwei Wehrmachtssoldaten von tschechischen Revolutionsgardisten verhaftet und nach schweren Misshandlungen erschossen. Am 30. Mai mussten alle deutschen Ortsbewohner das Dorf verlassen.

1960 wurden die Nachbarorte Kunějov (Kunas) und Lomy (Tieberschlag) eingemeindet.


Wirtschaft und Infrastruktur:

Landwirtschaft und Gewerbe: Die Bewohner waren vorwiegend in der Vieh-, Land- und Forstwirtschaft tätig). Ebenfalls weit verbreitet war das Kleingewerbe. Außerdem gab es eine Handstrickerei, eine Leinenweberei, eine Torfstecherei und zwei Mühlen.

Einrichtungen: zweiklassige Schule, Postamt (1908), Bahnstation (1899), Freiw. Feuerwehr (1893), Raiffeisenkasse.


Kulturerbe:

Pfarrkirche hl. Johannes v. Nepomuk:, erbaut 1787. Kirchenschiff 15,5 m Lang, 11 m breit, 7,5 m hoch. Hauptaltar von Josef Kocab in Neuhaus; Altarbild von Rudolf Müller; rechter Seitenaltar der hl. Maria ist ein Werk des Schreinermeisters Krafka aus Königseck und des Vergolders Johann Josef Neumann (erste Hälfte 18. Jh.); der linke Seitenaltar des hl. Josef wurde 1881 von Mathias Neubauer in Neuhaus geschaffen; Statue des hl. Josef von Demetz, in Gröden. Die Kanzel ist eine Arbeit von Josef Kocab; die Orgel von 1884 stammt von Karl Schiffner, Glocke zu Ehren der hl. Margarete, ursprünglich 1624 von Jakob Lieber gegossen, wurde 1871 von Karl Bellmanns Tochter in Prag auf fast doppeltes Gewicht umgegossen. Marienglocke 1866 von Wilhelm Schack, Budweis, umgegossen.


Persönlichkeit:

Adalbert Ruschka (*18. April 1838; 3. Jänner 1933 Budweis/Český Budějovice), Schriftsteller und Dichter, Direktor der Lehrerbildungsanstalt Budweis.


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